Münsterstraße 20, 53111, Bonn, Deutschland
+49 228 90 81-100
info@mcbonn.de

Infos für Kollegen

Informationen für Kollegen aus anderen Fachbereichen

Einzelne Untersuchungsverfahren und sinnvolle Anwendungsbereiche

 

1. PET (Positronen-Emissions-Tomographie)

  • Spezielle Anwendungsbereiche in der Onkologie und Neurologie
  • Medizinisch indizierte Tumorfrüherkennung, Krebsvor- und Nachsorge, Metastastensuche, Primärtumorsuche
  • Frühdiagnostik dementieller Erkrankungen, insbesondere des M. Alzheimer
  • Verlaufskontrolle dementieller Erkrankungen unter Therapie
  • Differentialdiagnose unklarer Prozesse (Tumor versus Entzündung, benigne versus maligne Neoplasie, Epilepsiediagnostik / Fokussuche

PET/CT als Kassenleistung

Die vom Gemeinsamen Bundesausschuss zugelassenen Indikationen bei onkologischen Fragestellungen sind:

  • Bestimmung des Tumorstadiums von primären nichtkleinzelligen Lungenkarzinomen einschließlich der Detektion von Fernmetastasen. 
  • Nachweis von Rezidiven (bei begründetem Verdacht) bei primären nicht-kleinzelligen Lungenkarzinomen. 
  • Charakterisierung von Lungenrundherden, insbesondere Beurteilung der Dignität peripherer Lungenrundherde bei Patienten mit erhöhtem Operationsrisiko und wenn eine Diagnosestellung mittels einer invasiven Methodik nicht möglich ist. 
  • Bestimmung des Tumorstadiums von kleinzelligen Lungenkarzinomen einschließlich der Detektion von Fernmetastasen, es sei denn, dass vor der PET-Diagnostik ein kurativer Therapieansatz nicht mehr möglich erscheint. 
  • Nachweis eines Rezidivs (bei begründetem Verdacht) bei kleinzelligen Lungenkarzinomen, wenn die Patienten primär kurativ behandelt wurden und wenn durch andere bildgebende Verfahren ein lokales oder systemisches Rezidiv nicht gesichert oder nicht ausgeschlossen werden konnte. 
  • Entscheidung über die Bestrahlung von mittels CT dargestellten Resttumoren eines Hodgkin-Lymphoms mit einem Durchmesser von > 2,5 cm nach bereits erfolgter Chemotherapie. 
  • Untersuchungen zur Entscheidung über eine sogenannte neck dissection (Entfernung von Halslymphknoten) bei Patienten mit fortgeschrittenen Kopf-Hals-Tumoren oder mit unbekannten Primärtumorsyndromen (CUP) des Kopf-Hals-Bereichs.
  • Untersuchungen zur Entscheidung über eine laryngoskopische Biopsie beim Larynxkarzinom, wenn nach Abschluss einer kurativ intendierten Therapie der begründete Verdacht auf eine persistierende Erkrankung oder ein Rezidiv besteht.

2. Nuklearmedizin

  • SPECT
  • Myocard-Szintigraphie
  • Knochenszintigraphie
  • Schilddrüsenuntersuchungs-Programm
  • Labor (Schilddrüse, Tumormarker, Hormone)

3. Magnet-Resonanz-Tomographie

Mit der MRT lassen sich die meisten orthopädischen und neurologischen Fragen beantworten. Vermehrt finden sich Anwendungsbereiche innerhalb der HNO, Augenheilkunde, Angiologie und der inneren Medizin, Gynäkologie und Urologie (Leber, Niere, Nebenniere, Schilddrüse, Becken, Uterus und Adnexe, Prostata, gesamtes Gefäßsystem (Arterien und Venen)).

Hochfeld- MRT (Siemens Skyra 3 Tesla)

Das neue Hochfeld-MRT ist im Vergleich zu anderen und älteren Geräten wesentlich patientenfreundlicher gestaltet. Es ist heller, der Magnet ist kürzer, die Öffnung weiter, so daß es vom Design fast schon einem CT ähnelt.
Damit ist es auch für Patienten mit Platzangst meist kein Problem, eine Untersuchung durchführen zu lassen. Gegebenenfalls kann eine leichte Sedierung durchgeführt werden.

Eine Untersuchung dauert zwischen 20 und 50 Minuten, je nach Fragestellung.
Bei unruhigen Patienten, Patienten mit starker Platzangst und ängstlichen oder unruhigen Kindern gibt es die Möglichkeit ultraschnelle Sequenzen einzusetzen, welche die Untersuchungsdauer erheblich verkürzen. Dies beinhaltet zwar einen Verlust an Bildauflösung und Bildqualität, liefert aber immer noch diagnostisch ausreichende Informationen. Für kleinere Kinder sind zudem sogenannte “Flüstersequenzen” verfügbar, die eingesetzt werden, wenn die Kinder schlafen sollen.

Anwendungsmöglichkeiten des MRT allgemein:

MRT:

  • Anatomische Darstellung der Weichteil-Organe des ganzen Körpers und auch der Knochen und deren pathologischer Veränderungen.

Funktionelles MRT:

  • Perfusions- und Diffusionsuntersuchungen bei Durchblutungsstörungen und Schlaganfall (Blutvolumen, Reservekapazität)
  • Darstellung von Funktionsarealen: Sprachzentrum, mototische und sensible Bahnen, Sehbahn (z.B. auch bei Sehstörungen / Anopsien)

MRA (Magnet-Resonananz-Angiographie):

  • Erkrankungen der extra- und intrakraniellen Gefäße, der Bauchgefäße (Aorta, Nierengefäße), Arm-, Becken-Beinarterien (inklusive Unterschenkelarterien)
  • In vielen Fällen ist damit eine Alternative zur i.a. DSA gegeben

Wann erfolgt die Kontrastmittelgabe in der MRT?

  • Sie ist nicht immer erforderlich, andere Indikationen als im CT
  • Keine Nebenwirkungen bei Hyperthyreose, sehr selten Allergien
  • Bei Entzündungen und Tumoren ist sie meist erforderlich, ebenso bei manchen Formen der MR Angiographie (Aortenbogen, Bein- und Becken-Angio)

Anwendungsbereiche speziell:

  • Erkrankungen mit intrakranieller Manifestation, Schädelbasis, Felsenbein, Orbita, Hals (HNO; Augen, Neurologie, Neurochirurige, Psychiatrie, Pädiatrie)
    Beispiele:
  • Entwicklungstörungen und Leistungsstörungen bei Kindern (Hirnentwicklung, Markreifung, Leukencephalopathien)
  • Durchblutungstörungen (Schlaganfall), vaskuläre Demenz
  • dementielle Erkrankungen (Alzheimer)
  • Neurologische Systemerkrankungen (Neurofibromatose, Chorea, Tuberöse Sklerose, Sturge-Weber usw.), neurodegenerative Erkrankungen
  • Morbus Parkinson, Multiple Sklerose
  • Entzündliche Erkrankungen (auch Kollagenosen etc: Sarkoidose, Lupus erythematodes, PCP mit cerebraler und oder kranialer Manifestation)
  • Gefäßmißbildungen, Aneurysmen
  • Hirntumoren, Tumorverdacht: primäre Hirntumoren, Metastasen
  • Akustikusneurinom, Hypophysenadenom, Menigeom etc.
  • Bandscheibenprozesse, spinale Raumforderungen, Spinale Entzündungen, Metastasen der Wirbelsäule, Rückenmarkserkrankungen
  • HNO und Augenheilkunde: Alle Schädelbasis, Orbita und Halsprozesse, teilweise: retinale Erkrankungen (Tumoren, Blutungen), Optikusveränderungen, Sehbahnprozesse, Augenmuskeln, endokrine Orbitopathie
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates (Orthopädie, Chirurgie, Neurochirurgie)
    Beispiele:
  • Alle muskuloskeletalen Erkrankungen (Wirbelsäule und Extremitäten), insbesondere auch entzündliche und entwicklungsbedingte Krankheiten
  • Gelenk- Band-, Knorpel- und Muskelerkrankungen, Knochentumoren
  • Osteonekrosen, Traumatologie
  • Osteomyelitis, Spondylodiszitis, Knochen und spinale Abszesse
  • Innere Medizin, Onkologie, Gynäkologie, Urologie:
    • Besonders gut geeignet ist die MRT bei Lebererkrankungen, Erkrankungen des kleinen Beckens und der Brust.
    • MRCP: nichtinvasive Darstellung der Gallen- und Pankreasgänge (ohne Kontrastmittel)
    • Weniger gut ist die MRT derzeit noch bei Darmprozessen.
    • Eine zukünftige Indikation wird die Untersuchung des Herzens darstellen (Koronargefäße). Die morphologisch anatomische Darstellung ist bereits gut möglich.

4. Computertomographie

Sequentielles CT, Spiral-CT, Angio-CT, 3D-CT, Cardio-CT, Interventions-CT

Durch die vorhandenen Keramikdetektoren kann die Strahlendosis reduziert werden. Eine spezielle Software erlaubt die Koronarkalkdarstellung am Herzen Eine spezielle Meß- und Untersuchungssoftware erlaubt die Verwendung geringerer Kontrastmitteldosen.

Anwendungsbereiche:

  • Cerebrale Durchblutungsstörungen (Mikro- und Makroangiopathie)
  • Akute Hirnblutungen ( besonders bei Verdacht auf Subarachnoidalblutung)
  • Schädelbasis und Felsenbeinprozesse (Innenohr)
  • Traumatische Schädelhirnerkrankungen (sub- und epidurale Hämatome)
  • Bandscheibenerkrankungen, lokale Wirbelsäulenprozesse, Frakturen
  • Halsweichteile
  • CT der Lunge und des Mediastinums (HR-CT bei Lungenfibrosen)
  • Abdomendarstellung (Leber, Niere, Nebenniere, Darm, Becken)
  • Gelenke (bei speziellen Fragestellungen)
  • Gefäßdarstellung der intrakraniellen Gefäße, der Halsgefäße (Carotis), der Aorta und der Nierenarterien ( z.B. Frage nach Aortenaneursma)
  • Cardio-CT: sequentielles CT mit EKG Triggerung zum Nachweis von Verkalkungen an den Koronargefäßen als Hinweis auf koronare Gefäßstenosen, Follow-up nach Dilatationen, Re- Stenosen in der Nachbarschaft von Stents (insbesondere in Verbindung mit der Belastungs-Myocard-Szinitgraphie).
  • Alternativ-Untersuchung zum MRT bei Herzschrittmacher-Patienten

5. Ultraschall

Farbdoppler, Powerdoppler, extra- und transkranieller Doppler, Dulex-Sonographie, intrakranieller B-Scan, Schilddrüse, Halsweichteile, Abdomen, Becken, Extremitäten etc.

6. Mammographie

Alle gängigen Fragestellungen, insbesondere medizinisch indizierte Vor- und Nachsorge Untersuchungen.