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Bei Herzerkrankungen auch an die Schilddrüse denken!

Bei Herzerkrankungen sollte auch an die Schilddrüse gedacht werden, insbesondere bei Vorhofflimmern, KHK oder Herzinsuffizienz.
In Beobachtungsstudien wurde ein Zusammenhang zwischen kardiovaskulärer Morbidität und Mortalität (Sterblichkeit) und Hypo- und Hyperthyreose gefunden. Über mehrere Mechanismen könnten Schilddrüsenfunktionsstörungen das kardiovaskuläre Risiko oder eine bestehende KHK ungünstig beeinflussen. Eine Analyse von Bayer et al. (Beyer C et al; Can J Cardiol (2017); 33:1327-1334) zeigte, dass sowohl die manifeste als auch die subklinische Hypothyreose mit einem höheren Stenosegrad bei KHK einhergeht. Außerdem scheint bei KHK-Patienten die KHK-bedingte Sterblichkeit mit dem Absinken des TSH-Spiegels zu steigen.

Die Hypothyreose führt zu einem höheren systemischen vaskulären Widerstand und der kardialen Nachlast und damit zu einer Reduktion der kardialen Kontraktilität und Ejektionsfraktion; zudem kann durch den erhöhten peripheren Widerstand der Blutdruck ansteigen. Außerdem kommt es zu einer Erhöhung von Gesamt-Cholesterin und LDL-Werten.

Bei etwa 10 bis 25% der Patienten mit einer Hyperthyreose zeigt sich ein Vorhofflimmern, das oft permanent vorhanden ist, trotz häufiger Konversionsbehandlungen. Diejenigen Patienten mit Vorhofflimmern und Hyperthyreose, bei den sich ansonsten keine weitere Ursache für die Herzrhythmusstörung finden lässt, haben eine sehr gute Chance, dass es nach 3-6-monatiger erfolgreicher Therapie der Hyperthyreose zu einer spontanen und dauerhaften Konversion in den Sinusrhythmus kommt. Daher sollte bei allen Patienten bei erstmalig aufgetretenem Vorhofflimmern die Schilddrüsensituation kontrolliert werden.

Zudem haben sich in den letzten Jahren die Hinweise gemehrt, dass auch eine subklinische Hyperthyreose mit dem Auftreten von Vorhofflimmern assoziiert ist (siehe auch THY der aktuellen Schilddrüsenreport 2/2019).