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Radiologie

Die Radiologie befaßt sich mit der Diagnostik verschiedener Krankheitsbilder mittels ionisierender Strahlen (Röntgenstrahlen), Magnetfeldern (Kernspintomographie), Ultraschalluntersuchungen und Kontratmitteldarstellungen der inneren Organe sowie der Gefäße.

Magnetresonanztomographie (МRТ)

MRT

Kernspintomographie

In jüngster Zeit spielt die Kernspintomographie (MRT), die ohne ionisierende Strahlen auskommt, auch in der Allgemeinradiologie eine immer größere Rolle. Die Kernspintomographie nutzt Wasserstoffkerne (Protonen) zur Bildgebung, wobei die auf diese Art entstehenden Bilder nicht durch Röntgenstrahlen, sondern durch Einstrahlen von Radiofrequenzwellen, die mit den an Wasser gebunden Protonen in Wechselwirkung treten (sogenannte “Kernspinresonanz”), gewonnen werden. Da die MRT ohne Röntgenstrahlen erfolgt, kann sie beliebig oft wiederholt werden und ist beispielsweise auch bei kleinen Kindern ohne Risiko einsetzbar. In der Allgemeinradiolgie wurde durch die MRT die bildgebende Diagnostik der Gelenke, der Wirbelsäule und der Weichteile deutlich verbessert. Gerade die Gelenkdiagnostik hat große Fortschritte durch die MRT erhalten; so können beispielsweise am Knie Meniskusrisse, die früher nur operativ (durch die Arthroskopie) zu diagnostizieren waren, heute schnell und ohne Belastung für den Patienten dargestellt werden (Abb. 5).

Abb. 5a
Abb. 5b
Abb. 5a,b: Horizontaler Riß im Innenmeniskushinterhorn (Pfeile). Beachte dagegen die physiologisch signalarme Darstellung des Innenmeniskusvorderhorns.

Ein weiteres wichtiges Anwendungsgebiet der MRT in der orthopädischen Diagnostik ist die Untersuchung der Wirbelsäule; durch die Möglichkeit der multiplanaren Darstellung gelingt es mit dieser Methode viel besser als mit der Computertomographie, die genaue Ausdehnung von Bandscheibenvorfällen darzustellen (Abb. 6).

Abb. 6a
Abb. 6b
Abb. 6c
Abb 6: Großer, nach unten umgeschlagener Bandscheibenvorfall zwischen dem 4. und 5. Lendenwirbelkörper. Durch die Darstellung der Wirbelsäule in 2 Raumrichtungen (sagittal, Abb. 6a; axial, Abb. 6b) ist es möglich, das genaue Ausmaß und die Richtung des vorgefallenen Bandscheibengewebes zu bestimmen (Pfeile). Durch eine spezielle Technik kann man auch die Rückemarksflüssigkeit (Liquor) im Rückenmarkkanal ( Spinalkanal) darstellen und so gut die Einengung durch den Bandscheibenvorfall aufzeigen (MR-Myelographie; Abb. 6c; Pfeilspitzen).

Auch für die übrigen klinischen Fächer wie z.B. die Innere Medizin oder Kardiologie (Herzdiagnostik) wird die Kernspintomographie immer wichtiger; so hat die Methode zum Nachweis von in der Herzhöhle liegenden Tumoren (Abb. 7), Klappenfehlern und Herzmuskelfunktionsstörungen schon jetzt eine wichtige Bedeutung erlangt.

Abb. 7: Vorhofmyxom (histologisch gesichert; Pfeil) im linken Vorhof.

Auch die Gefäßdiagnostik wurde durch die Kernpinangiographie (MR-Angiographie) revolutioniert; ohne Einsatz der invasiven und daher für den Patienten belastenden Angiographie ist es heute möglich, Beckenbeinarterien, Nierenarterien (Abb. 8) oder andere Gefäßterritorien übersichtlich und mit kurzer Untersuchungszeit dazustellen.

Abb. 8: Kontrastmittel – unterstützte MR-Angiographie der Bauchaorta und der Nierenarterien: Die Bauchaorta weist erhebliche Wandunregelmäßigkeiten infolge einer Arteriosklerose auf; unterhalb des Abganges der Nierenarterien (Pfeile) ist die Bauchaorta aufgeweitet (infrarenales Aortenaneurysma; Pfeilspitze). Die Nierenarterien sind unauffällig, Nierenarterienstenosen liegen beidseits nicht vor.

Während die MRT auch im Abdomen und im Becken bei urologischen oder gynäkologischen Fragestellungen zunehmend häufiger eingesetzt wird, spielt sie in der Routinediagnostik von Lungenerkrankungen noch keine wesentliche Rolle, da die lufthaltige Lunge nur wenige an Wasser gebundene Protonen besitzt, die zur Bildgebung beitragen könnten.

Computertomographie (CT)


Computertomographie – CT

Die CT ist ein spezielles Röntgenverfahren, das Ende der 70er Jahre in die Diagnostik eingeführt wurde. Das CT-Gerät besteht aus einem ringförmigen Röntgendetektor, der die von einer sich kreisförmig um den Patienten drehenden Röntgenröhre produzierten Röntgenstrahlen auffängt. Computergestützt werden die durch die unterschiedliche Absorption der Röntgenstrahlen im Körper gewonnen Bildelemente in Schnittbilder umgerechnet, so daß man scheibenähnliche, anatomisch korrekte Schichtbilder durch die untersuchte Körperregion erhält. Insbesondere zur Diagnostik des Bauchraumes (Abdomen) und zur Diagnostik von Lungenerkrankungen (Abb. 1) hat die Methode bei vielen Erkrankungen einen hohen diagnostischen Stellenwert.

Abb. 1a
Abb. 1b
Abb. 1: In der linken Lunge ist in der Computertomographie thoraxwandnah ein etwa 8 mm großer Rundherd (Lungenmetastase; Pfeil) nachzuweisen (Abb. 1a), der in der konventionellen Röntgenaufnahme nicht zu sehen ist (Abb. 1b).

 

Darüber hinaus ist die Computertomographie die Methode der Wahl, wenn es um die Abklärung von Verletzungen oder anderen Erkrankungen der Knochen und des übrigen Skelettsystems geht. Wir arbeiten z.B. mit einem modernen Spiral-CT, das auch eine Volumenerfassung der zu untersuchenden Organe erlaubt. Durch diese Technik kann man beispielsweise Organe wie die Leber in verschiedenen Durchblutungsphasen (arterielle Phase, portalvenöse Phase) untersuchen und so eine noch größeren Diagnosesicherheit erreichen (Abb. 2). 

 

Abb. 2a
Abb. 2b
Abb. 2: CT-Untersuchung der Leber in der Frühphase (arterielle Phase; Abb. 2a) und in der Spätphase (portalvenöse Phase; Abb. 2b) nach intravenöser Kontrastmittelapplikation. Im rechten Leberlappen sind zwei gegenüber dem gesunden Lebergewebe “dunkel” (hypodens) erscheinende Metastasen (Pfeile) vorhanden.

Des weiteren können dreidimensionale Rekonstruktionen (3D-Darstellung) von knöchernen Strukturen und – nach intravenöser Kontrastmittelgabe – auch von Arterien angefertigt werden, die für die Planung chirurgischer Eingriffe von großer Bedeutung sind (Abb. 3b).

Abb. 3a
Abb. 3b
Abb. 3: 3D-Rekontruktion des Beckens während intravenöser KM-Gabe zur Darstellung der Beckenarterien (sog. Angio-CT). Die linke Beckenarterie ist unterhalb der Bauchaortenteilungsstelle verschlossen (Pfeilspitzen). Die rechte Beckenstrombahn kommt unauffällig zur Darstellung (Pfeil).

Unter CT-Sichtkontrolle können auch schmerztherapeutische Behandlungen bei Rückenerkrankungen, Gewebeentnahme zur pathologischen Untersuchung, Abszeßdrainagen und andere Eingriffe durchgeführt werden, die weiter unten unter dem Kapitel “Interventionelle Radiolgie” beschrieben werden.

CT-gesteuerte Schmerztherapie

Eine weitere wichtige Therapiemodalität ist die CT-gesteuerte Schmerzbehandlung von Rückenschmerzen, die (bei Bandscheibenvorfällen) als sogenannte “periradikuläre Nervenwurzelinfiltration” (Abb. 13) und bei degenerativen Veränderungen der kleinen Wirbelgelenke – Spondylarthrose – als “CT-gesteuerte Facettenblockade” (Abb. 14)

durchgeführt wird; Prinzip der Behandlung ist die lokale Applikation von lang wirkenden Schmerzmitteln (Lokalanästhetika) und von Kortisonpräparaten, die entzündungshemmend wirken, und im Falle von Bandscheibenvorfällen eine Resorption des prolabierten Bandscheibengewebes durch Induktion von körpereigenem Granulationsgewebe bewirken. Im Bereich der kleinen Wirbelgelenke wird außerdem auch reiner Alkohol injiziert, um die Gelenke analog zur Facettenkoagulation zu denervieren und so eine langfristige Schmerzfreiheit zu gewährleisten. Derartige schmerztherapeutische Eingriffe werden nicht nur an der Lendenwirbelsäule, sondern auch an der Brust- und Halswirbelsäule durchgeführt.

Abb. 13: CT-gesteuerte periradikuläre Nervenwurzelinfiltration links im Neuroforamen LWK 4/5. Kontrolle der Nadellage vor Injektion der Medikamente (Pfeil).
Abb. 14: CT-gesteuerte beidseitige Facettengelenksblockade bei bilateraler Spondylarthrose, mit Dokumentation der Nadellage im Gelenkkavum der kleinen Wirbelgelenke (Pfeile).